Kein Zweifel: Unser Hallenbad ist in die Jahre gekommen. Eine Sanierung oder ein Neubau ist mehr als wünschenswert. Doch bevor Entscheidungen getroffen werden, müssen die Rahmenbedingungen gesehen werden.
💶 Aktueller Kostenrahmen
Mögliche Varianten (ohne Baunebenkosten)
- Kostenschätzung Sanierung ca. 9,8 Mio. € - Neubau ca. 11 Mio. €
- Gesamtkosten: ca. 15 Mio. €
- Förderung: 60 % → 6 Mio. € Eigenanteil für die Stadt
📉 Laufender Betrieb:
Nur knapp 40 % der Kosten sind durch Einnahmen und Zuschüsse gedeckt – das Defizit belastet aktuell jährlich mit ca. 200.000 € den städtischen Haushalt. Und die Zinsen für die Finanzierung des Eigenanteils kosten weitere ca. 150.000 €.
🇩🇪 Die Fördersituation in Deutschland:
- insgesamt gibt es in Deutschland ca. 3.200 Hallenbäder
- lt. Erhebungen der KfW sind davon 62 % akut bzw. erheblich sanierungsbedürftig
- der geschätzte Investitionsbedarf liegt insgesamt bei knapp 10 Mrd. € (1.600 Bäder × Ø 6 Mio. €. Die „Bäderallianz“ sieht in den kommenden 12 Jahren einen ähnlich hohen Finanzbedarf von 1 Mrd. € jährlich, also 12 Mrd. €.
🏛️ Fördermittel aktuell
- Bund: 333 Mio. €
- Bayern: 30 Mio. €
➡️ die bereitgestellten Mittel erklären die geringe Förderquote
Die Ironie: besonders finanzschwache Kommunen können sehr hohe Förderquoten bekommen. Offen dabei ist die Frage, wie klamme Kommunen den Eigenanteil aufbringen sollen.
Fazit: In Deutschland gibt es einen großen Sanierungsstau bei Hallenbädern und allgemein bei Sportstätten. Die Förderprogramme werden der Situation nicht gerecht. Die Kommunen sind klamm und bereits mit Pflichtaufgaben finanziell überfordert. Ein Hallenbad ist eine freiwillige Leistung im eigenen Wirkungskreis der Kommune.
Bei den aktuellen Rahmenbedingungen wird eine umfassende Sanierung oder ein Neubau ein finanzieller Kraftakt für unsere Stadt.