Mit einem Appell eröffnete Ortsvorsitzender Toni Schmidt die Wahlversammlung im Gasthaus Stangerl:
„Es ist an der Zeit, dass junge Leute in kommunalpolitische Verantwortung kommen und ihre Zukunft gestalten.“
Die Worte des 63-jährigen zielten nicht nur auf die Stadtratsliste der Freien Wähler in Furth sondern auch auf den 33 jährigen Landratskandidaten der Freien Wähler, Christian Schindler, der sich am Sonntag in Furth den Bürgerinnen und Bürgern vorstellte und sein umfassendes Programm erläuterte. Der FW-Landratskandidat hat bereits 16 Jahre Berufserfahrung in der öffentlichen Verwaltung und ist derzeit Sachgebietsleiter am Landratsamt Regensburg. Der Verwaltungsfachmann betonte die Bedeutung seiner beruflichen Qualifikation für das Amt des Landrats. Schindler kenne sowohl die Abläufe in einer Stadtverwaltung als auch im Landratsamt. Sein Verständnis von den Aufgaben einer bürgernahen Verwaltung formulierte er so: „Eine Behörde muss Lösungen finden – nicht Gründe suchen, wie man etwas verhindern kann.“
Bildungsinfrastruktur
In seiner Rede spannte Schindler einen Bogen über die wichtigen Zukunftsfragen des Landkreises Cham. Zentral ist für ihn der Ausbau der Bildungsinfrastruktur. Die Sanierungen der Berufsschule in Furth im Wald und der Realschule in Bad Kötzting sind Projekte, die den Landkreis in den kommenden Jahren finanziell beanspruchen werden. Diese Investitionen seien aber notwendig, um unseren jungen Menschen beste Bildungs- und Ausbildungschancen zu bieten.
Verkehrspolitik
Großes Gewicht legte Schindler auf die Verkehrspolitik im Landkreis. Er betonte die Bedeutung eines leistungsfähigen ÖPNV und sprach sich für eine stärkere Vernetzung mit bestehenden Verkehrsverbünden, z.B. dem Regensburger RVV aus. Weiter muss aus unserem Landkreis noch mehr Nachdruck für die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Prag über Furth und Cham bis Schwandorf kommen. Auch der fehlende Autobahnanschluss im Landkreises Cham ist ein Standortnachteil. Das Mindeste ist für Schindler der weitere verkehrsgerechte Ausbau der Landkreismagistralen B85, B20, B16 und B22.
Energiewende
Zum vieldiskutierten Thema Energiewende und Windkraft hat Schindler eine klare Position. Die Windkraft wird kommen und wenn wir das aktiv steuern möchten, muss das in regionaler Verantwortung erfolgen. Nur so bleiben Entscheidungsprozesse und Wertschöpfung in der Region. Er verwies auf das starke Informationsbedürfnis der Bevölkerung und betonte, dass Akzeptanz nur durch Transparenz, Einbindung und einer fairen Gewinnbeteiligung entsteht. Die öffentliche Hand hat Vorbildfunktion. Der Landkreis muss vorangehen und zeigen, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Vernunft vereinbar sind. Schindler forderte, dass alle landkreiseigenen Gebäude auf ihr Potenzial für PV-Anlagen geprüft werden. Ziel müsse sein, möglichst viel des eigenen Energiebedarfs durch vor Ort erzeugten Strom zu decken. Damit, so Schindler, könne der Landkreis „mit gutem Beispiel vorangehen und Zukunftsmodelle im Alltag erproben“. Nur wenn der Landkreis selbst zeige, was machbar ist, könne man auch Unternehmen oder Bürgerinnen und Bürger für die Energiewende gewinnen.
Demografischer Wandel, Gesundheitsversorgung und Ehrenamt
Eine älter werdende Bevölkerung verlange angepasste Pflege- und Versorgungsstrukturen. Hier fand Schindler emotionale Worte zum Thema Hospiz, das er als drängende Aufgabe sieht. „Wir schulden den Menschen ein würdevolles Leben bis zum Tod“, sagte er und verwies auf bestehende Einrichtungen in benachbarten Landkreisen. Es gäbe Träger im Landkreis Cham, die ebenfalls so etwas leisten könnten.
Die Bedeutung des Ehrenamts und des Vereinssports kennt Schindler als langjähriger aktiver Handballer und Jugendtrainer. Die Schaffung einer großen Hallenarena im Landkreis ist eine Vision, die er als Landrat langfristig mit Sponsoren und privaten Partnern verfolgen möchte.
Wahlaufruf
Zum Abschluss betonte Schindler in seinem Wahlaufruf die Bedeutung einer hohen Wahlbeteiligung gerade in Zeiten extremer politischer Polarisierung.