Freie Wähler Furth im Wald setzen auf neue Ideen und langfristige Visionen
Furth im Wald. Die Frage, wie Furth im Jahr 2040 aussehen soll, stand bei den Freien Wählern im Mittelpunkt ihrer Abschlussveranstaltung zur Kommunalwahl 2026. Kommunalpolitik braucht kein Strohfeuer sondern eine überlegte Zielsetzung mit langfristigen Entwicklungsperspektiven. Die Gartenschau war so ein Meilenstein für die Stadtentwicklung und die Further Gemeinschaft. Der FW-Vorsitzende Toni Schmidt bedankte sich bei Michael Mühlbauer, dass er genau das mit seiner Vision der Further Gartenschau über 20 Jahre lang verfolgt hat.
„Wir haben viel erreicht – aber jetzt ist es Zeit, dass junge Menschen ihre Prioritäten setzen“, betonte Ortsvorsitzender Toni Schmidt. Die Liste der Freien ist ein konkretes Angebot für einen Generationswechsel. Die etablierten Stadträte treten zur Seite, um Raum für neue Stimmen und frische Ideen zu geben. Trotz rückläufigem Interesse am Ehrenamt sei es gelungen, viele engagierte junge Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen „Und die können was!“. Schmidt schilderte, dass kommunalpolitische Arbeit heute zunehmend komplex sei: Einerseits nehme das Interesse an ehrenamtlicher Mitarbeit ab, andererseits steige die Erwartungshaltung der Bevölkerung deutlich.
Der positive Schwung der Gartenschau dürfe jetzt nicht im Sand der Selbstgefälligkeit verlaufen, sondern müsse Grundlage für die kommenden Jahre sein. Jetzt beginnt die neue Aufgabe: konkrete Ziele für die Stadtentwicklung zu setzen und diese konsequent anzugehen. Dabei spielt die weitere Stadtsanierung eine zentrale Rolle. Kramerstraße, Kellnergasse oder das Späth‑Areal zeigen, dass die Kernstadt vor weiteren Herausforderungen steht. Da eine Rückkehr des Einzelhandels immer unrealistischer werde, müsse man in neuen Konzepten denken, die Wohnen, Aufenthaltsqualität und lebendige Begegnungsräume in den Mittelpunkt stellen. Auch die Reaktivierung leerstehender Gebäude werde ein wichtiger Faktor sein, um die Attraktivität des Zentrums nachhaltig zu erhöhen.
Ein weiteres Schlüsselthema bleibt die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Im „Aufelder“ sind die Parzellen verkauft, darum müsse die Stadt mit Augenmaß neue Flächen erschließen und v.a. innerstädtische Baulücken nutzen. Damit Bauen auch für Privatpersonen möglich bleibt, setzen die Freien Wähler beim Späth-Areal auf parzellierte Lösungen statt teure Investorenprojekte. Es muss auch für Familien möglich sein, in der Stadt zu bleiben oder sich hier anzusiedeln. Das fördert am Ende die Sozialstruktur.
Gleichzeitig steht die heimische Wirtschaft im Fokus. Das Großunternehmen, das sich in Furth ansiedelt bleibt ein Wunschtraum. Unsere wirtschaftliche Stärke sind unsere Gründerinnen und Gründer und unsere bestehenden Betriebe, die wir als Stadt fördern und unterstützen müssen. Akuter Handlungsbedarf bestehet bei Gewerbeflächen und Erweiterungsmöglichkeiten. Darum haben wir Betriebe verloren. Neue Flächen müssen ausgewiesen und vorhandene Industrieareale sinnvoll reaktiviert werden. Einen Denkanstoß geben die Freien mit dem Flabeg‑Gelände. In bester Lage droht hier zudem eine Industriebrache. Das Areal mit den großen Hallen wäre für Existenzgründer eine Chance, auch weil Bestandsgebäude günstiger sind als Neubauten. Gründerzentren könnten dabei jungen Unternehmerinnen und Unternehmern den Zugang zu geeigneten Räumen erleichtern.
Hohe Priorität genießt auch der Hochwasserschutz. In den vergangenen Jahren habe es im Stadtbereich immer wieder kritische Situationen gegeben, sodass das vorliegende Konzept der beiden Hochwasserrückhaltebecken im Pastritztal umgehend angegangen werden müssen. Die Maßnahmen seien zwar kostenintensiv. Man müsse aber mögliche Hochwasserschäden an der Hofer-Insel oder der Lorenz-Zierl-Straße sowie an den Gebäuden in diesem Bereich gegenrechnen.
Ebenso herausfordernd ist die Zukunft des Hallenbades, das 1976 in Betrieb ging und in die Jahre gekommen ist. Eine Sanierung oder ein Neubau würde rund 15 Millionen Euro kosten und die Stadt wegen der derzeit geringen Förderquoten so stark belasten, dass im Haushalt kein finanzieller Spielraum mehr vorhanden ist. Schmidt warnte deshalb davor, dieses Großprojekt auf Kosten vieler weiterer notwendiger Investitionen anzugehen.
Am Ende blieb der klare Appell, sich nicht auf den Lorbeeren der Gartenschau auszuruhen, sondern die Herausforderungen mit neuen Zielen anzugehen und die Chancen zu nutzen. Die Entscheidungen, die jetzt getroffen werden, prägen die Stadtentwicklung über Jahrzehnte – und sollen vor allem von jener Generation gestaltet werden, die Furth im Wald am längsten in die Zukunft begleiten wird. Der eingeschlagene Generationswechsel soll sicherstellen, dass neue Ideen, Mut und Verantwortung zusammenkommen, damit Furth im Wald auch 2040 für alle eine lebenswerte Stadt ist.